Regionaltreffen am 19.9.2025 an der Föritz (Südthüringen)

Organisatorische Eckdaten

Termin: 19. September 2025 um 10 Uhr

Ort: Föritz im Kreis Sonneberg

Maximale Teilnehmerzahl 20 Personen

Treffpunkt: 50°17’17.4″N 11°13’35.4″E,
Dreiwort-Koordinate///entfalten.anstiege.zudecken
(externer Link zu Google Maps: https://maps.app.goo.gl/EJEq2KxD2W11L5XA9)
Die Anfahrt ist besser über die Seite von Sichelreuth und nicht über Rotheul, für Parkplätze kann nicht garantiert werden

Kosten: 25 € pro Person (außer ehemalige Projektbeteiligte, für diese ist die Exkursion kostenfrei)

Anmeldung bis 31.8.2024 unter info@ingenieurbiologie.com

Führung durch Rolf Johannsen und Frank Spundflasch

Hintergrund zur Renaturierung

Die Föritz zwischen Sichelreuth und der Landesgrenze Thüringen/Bayern wurde zwischen 2001 und 2003 im Rahmen eines Flurneuordnungsverfahrens auf einer Länge von 2,4 km renaturiert. Dabei konnte der untere 1 km lange Talabschnitt ganz aus der landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen werden. In Anlehnung an historische Karten wurden Bachschlingen neu angelegt. Dabei liegt die neue Bachsohle deutlich oberhalb des Mittelwasserstandes des vormals begradigten eingetieften und mit Rasengittersteinen gesicherten Baches. Das neue Bachbett wurde so gestaltet, dass das Hochwasser statt alle 10 Jahre einmal jährlich im statistischen Mittel ausufert. Vorübergehende Maßnahmen zur Minderung der Erosion sollten einen Sedimentaustrag nach Bayern reduzieren.

Die Maßnahme wurde vom Verband für Landentwicklung und Flurneuordnung, den Teilnehmergemeinschaften der Flurneuordnung, dem Amt für Flurneuordnung und der Oberen Naturschutzbehörde in Weimar geplant und umgesetzt. Finanziert wurde die Maßnahme von der Firma Vattenfall als Kompensationsmaßnahme für Eingriffe in Natur und Landschaft beim Bau des Pumpspeicherwerkes Goldistal.

Da dies eines der ersten großen Renaturierungsprojekte in Thüringen war, wurde die Entwicklung 20 Jahre wissenschaftlich beobachtet und im Hinblick auf die Entwicklung der Gewässerstruktur, der Vegetation, sowie der Tiergruppen Vögel, Fische, Libellen und Makrozoobenthos bewertet. Im Hinblick auf die Erreichung des guten ökologischen Zustands gemäß EU-WRRL wurde die Föritz als feinmaterialreicher silikatischer Mittelgebirgsbach eingestuft. Gegen diese Einstufung spricht ein Fehlen von kiesigem Sohlsubstrat sowie vorhandene Torfschichten in der Aue. In den Beobachtungszeitraum fallen einige mittelstarke Hochwasserabflüsse sowie eine extreme Niedrigwasserperiode in den Jahren 2018/19. Seit 2017 gibt es starke Biberaktivitäten im Talabschnitt mit zahlreichen Stauen. Dies hat zur Entstehung eines Flachwassersees im unteren Talabschnitt geführt. Außerdem gibt es starke Einwirkungen aus den oberhalb gelegenen Fischteichen. Die Untersuchungen zeigen eine naturnahe Gewässerstruktur. Bei den Fischen und dem Makrozoobenthos wurde der gute ökologische Zustand nach der richtlinienkonformen Einstufung nicht erreicht. Diskutiert werden sollte, ob die Bewertungskriterien nicht überarbeitet werden müssen, damit Aspekte der Klimaveränderung, der Biberausbreitung sowie der traditionellen Teichwirtschaft bei der Gewässerbewertung berücksichtigt werden.

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